Zur Webansicht
Mitteilung
6. Januar 2026
 
 

Neuer Geschiebesammler schützt Vitznau vor Murgängen

Nach der Rutschung Gassrübi im Juni 2024 ist die Gefährdungslage in Vitznau weiterhin gross. Murgänge aus dem Einzugsgebiet des Altdorfbachs bedrohen auch zentrale Teile des Dorfes. Der Kanton reagiert mit dringlichen Schutzmassnahmen: Mit einem neuen, grossen Geschiebesammler oberhalb des bestehenden Rückhaltebauwerks können künftig grosse Geschiebemengen zurückgehalten werden. Das schützt Vitznau in Zukunft besser vor Hochwasser und Murgängen. Die Hauptarbeiten starten am 12. Januar 2026.

Das Dorf Vitznau und die dazu gehörenden Höfe unterhalb der Rigi sind aufgrund ihrer Lage – so wie zahlreiche weitere Dörfer in den Voralpen und Alpen – stark den Naturgefahren ausgesetzt. Die grossen Bedrohungen stellen Fels- und Bergstürze sowie Murgänge dar. Die regnerische Periode von Dezember 2023 bis Mai 2024 führte am 1. Juni 2024 zu einer Reaktivierung der Rutschung Gassrübi im Bereich Hinterbergen in der Gemeinde Vitznau. Die Grossrutschung liegt im Einzugsgebiet des Altdorfbachs und hat die Gefahrensituation für das Dorf Vitznau massiv verschärft. Weitere Murgänge sind möglich und bedrohen zentrale Teile des Dorfes und seine Einwohnerinnen und Einwohner. Mit hoher Priorität realisiert der Kanton mit Unterstützung der Gemeinde ein umfassendes Schutzkonzept, um Vitznau und seine Bevölkerung besser zu schützen.

Umfassende Hochwasserschutz-Massnahmen am Altdorfbach
Die bestehenden Schutzbauten am Altdorfbach, insbesondere der im Jahr 2007 erstellte Geschiebesammler, reichen nicht aus, um die aktuellen Risiken zu bewältigen. Deshalb realisiert der Kanton als Sofortmassnahme einen neuen, grossen Geschiebesammler oberhalb des bereits bestehenden Sammlers. Der neue Geschiebesammler wird rund 65'000 Kubikmeter Geröll und Geschiebe zurückhalten können und umfasst ein Bremsbauwerk sowie einen erweiterten Rückhalteraum. Durch den zusätzlichen Rückhalteraum kann bereits während der Bauphase ein besserer Schutz erreicht werden, was in der aktuellen Gefährdungslage zentral ist. Die Kosten für den Bau des Geschiebesammlers betragen rund 20 Mio. Franken, woran sich der Bund voraussichtlich mit 42 Prozent beteiligt. Aufgrund des grossen Risikos und der hohen Dringlichkeit handelt es sich dabei um gebundene, vom Regierungsrat bewilligte Ausgaben und die Umsetzung erfolgt als Sofortmassnahme. Verschiedene Vorarbeiten wurden bereits zwischen Juli und Dezember 2025 ausgeführt. Die Hauptarbeiten starten am 12. Januar 2026 und dauern voraussichtlich bis Mitte 2028.

In einem zweiten Projekt wird der bestehende Geschiebesammler erhöht und der Altdorfbach ab diesem Geschiebesammler bis zur Mündung in den See ausgebaut, so dass Hochwasserspitzen in den See geleitet werden können. Die Planungen dafür sind ebenfalls bereits weit fortgeschritten.

Schutzmassnahmen an den Bächen oberhalb von und in Vitznau
Vitznau liegt eingebettet zwischen dem Südhang der Rigi und dem Vierwaldstättersee – damit in einer herausfordernden geografischen Lage. Kanton und Gemeinde setzen ein umfassendes Schutzkonzept um, damit Vitznau und seine Bevölkerung besser geschützt sind. Im Zentrum des Hochwasserschutzes in Vitznau steht der Umgang mit möglichen Murgängen. Diese entstehen meist durch Erdrutsche, die bei starkem Regen aus den steilen Hängen in die Bäche gelangen. Beschleunigt durch das Bachwasser werden die Erdmassen weitertransportiert und richten weit über das Bachbett hinaus grosse Schäden an.

Den besten Schutz bietet eine Kombination unterschiedlicher Massnahmen. Je nach Bach sind unterschiedliche Schutzkonzepte vorgesehen:

● Beim Chalibach werden die Hochwasser dank dem durchgängigen Ausbau der bestehenden Schutzdämme in den See geleitet.
● Beim Altdorfbach und beim Mülibach liegt der Schwerpunkt bei Sammlern, welche die Geschiebemassen zurückhalten. Die Hochwasserspitzen werden durch den Ausbau der Gerinne in den See geleitet.
● Beim Plattenbach und beim Widibach werden die potenziellen Rutschgebiete stabilisiert, so dass weniger Material in die Bäche gelangt. Zudem werden Sammler erstellt, die kleinere bis mittelgrosse Mengen an Geschiebe zurückhalten. Die Hochwasserspitzen werden durch den Ausbau der Gerinne in den See geleitet.

Alle Informationen unter: vif.lu.ch/naturgefahren/projekte/hochwasserschutz_vitznau

Anhang
Bild 1: Projektüberblick der Hochwasserschutzmassnahmen am Altdorfbach in Vitznau
Bild 2: Visualisierung des oberen, neuen und des unteren, erweiterten Geschiebesammlers am Altdorfbach
 
 
Viktor Schmidiger
Abteilungsleiter Naturgefahren
Dienststelle Verkehr und Infrastruktur
Telefon 041 318 18 00
viktor.schmidiger@lu.ch
(erreichbar am 6. Januar 2025 von 10.30 bis 11.30 Uhr)
 
 
Impressum | DisclaimerNewsletter verwalten | Abmelden
Staatskanzlei.lu.ch