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Mitteilung
8. Januar 2026
 
 

Gewässerverunreinigungen 2025 auf gleichem Niveau wie im Vorjahr

Im Jahr 2025 sind im Kanton Luzern 68 Fälle von Gewässerverunreinigungen registriert worden. Diese Zahl liegt deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025 (78 Fälle) und auf einem vergleichbaren Niveau zum Vorjahr. Es gab jedoch mehr Fälle von Fischsterben. Die Anzahl stieg von fünf auf sieben Fälle.

In den vergangenen zwei Jahren wurden im Kanton Luzern jeweils gleich viele Gewässerverunreinigungen festgestellt (68). Die Zahl lag somit auch 2025 unter dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025 (78 Fälle). Die Ursachen unterscheiden sich jedoch: 2024 wurden die meisten Gewässerverunreinigungen durch Landwirtschaftsbetriebe verursacht, 2025 waren vermehrt Industrie- und Gewerbebetriebe dafür verantwortlich.

Die Dienststellen Umwelt und Energie (uwe) sowie Landwirtschaft und Wald (lawa) tauschen sich jährlich mit dem Fischereiverband, dem Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband, den Zentralschweizerischen Baumeisterverbänden und den Ausbildungsverantwortlichen des Campus Sursee aus. Dabei werden die Situation analysiert und Massnahmen evaluiert, um die Anzahl Fälle weiter senken zu können. Diese gemeinsamen Bestrebungen sollen zum Schutz der Gewässer und der aquatischen Biodiversität im Kanton Luzern beitragen.

Anzahl Fischsterben höher als 2024, betroffene Fliessstrecke geringer
Gegenüber den Vorjahren hielten sich die Gewässerverunreinigungen mit Fischsterben auf vergleichbarem Niveau. 2025 wurden sieben Fälle registriert und damit zwei Fälle mehr als 2024. Von diesen sieben Fischsterben war eine Fliessstrecke von insgesamt rund zwei Kilometern betroffen, was unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt (9 km). Die Ursachen der letztjährigen Fischsterben blieben in zwei Fällen ungeklärt. Je zwei Fälle wurden durch Industrie- und Gewerbebetriebe und durch die Landwirtschaft verursacht, einer durch Private.

Auch wenn eine Gewässerverunreinigung nicht zu einem Fischsterben führt, kann sie gerade für kleine Wasserlebewesen verheerend sein. Solche Auswirkungen sind von blossem Auge kaum oder gar nicht sichtbar.

Industrie und Gewerbe: erhöhte Anzahl Gewässerverunreinigungen
Im Jahr 2025 wurden im Bereich Industrie und Gewerbe mit 31 fast doppelt so viele Fälle wie 2024 festgestellt (16). Diese Gewässerverunreinigungen stammten aus unterschiedlichen Quellen. Elf Fälle wurden durch Baustellenabwasser verursacht, was ungefähr der Anzahl der letzten Jahre entspricht (Vorjahr 9 Fälle, Durchschnitt der letzten zehn Jahre: 13). Verstärkte Kontrollen auf Baustellen sollen nachhaltig zu einer Reduktion von Verunreinigungen durch Baustellenabwasser führen. Zu einer weiteren Reduktion tragen bereits vorgenommene Sensibilisierungsmassnahmen der Baubranche bei.

Handlungsbedarf bei Öl-, Diesel- und Benzineinträgen sowie Betriebs- und Bohrabwasser
Betriebs- und Bohrabwasser sowie Öl-, Diesel- und Benzinverunreinigungen traten 2025 vermehrt auf (insgesamt 24 Fälle). Oft wurden letztere durch menschliches Versagen verursacht (sechs von insgesamt zwölf Gewässerverunreinigungen mit Öl, Diesel oder Benzin). In einigen Fällen konnten gezielt Massnahmen ergriffen werden, um Folgefälle zu vermeiden. Des Weiteren wurden als Folge weitere Firmen mit vergleichbaren Anlagen gezielt für das Thema sensibilisiert.

Weniger Gewässerverunreinigungen durch die Landwirtschaft
Durch die Landwirtschaft verursachte Gewässerverunreinigungen waren gegenüber 2024 (29 Fälle) rückläufig. Insgesamt kam es im Jahr 2025 zu 15 Verunreinigungen durch Gülle oder Mist. In den meisten Fällen erfolgte die Gewässerverunreinigung durch menschliches Versagen und fehlende Überwachung oder unzureichend unterhaltene Anlagen. In einigen Fällen waren technische oder unbekannte Ursachen ausschlaggebend. Die seit dem Jahr 2020 eingeführten Gewässerschutzkontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben tragen wesentlich dazu bei, dass bauliche Mängel bei Hofdüngeranlagen oder Betankungs- und Waschplätzen behoben werden konnten.

Weitere Gewässerverunreinigungen
In die Kategorie Diverse fielen 2025 elf Gewässerverunreinigungen. Sechs dieser Fälle wurden von Privaten verursacht, vier durch den Eintrag von Diesel, Benzin oder Öl. Einträge von Löschwasser bei der Brandbekämpfung gab es 2025 keine. Je ein Fall war auf natürliche Ursachen und auf einen Verkehrsunfall zurückzuführen. Dreimal kam es zu Verunreinigungen durch Schmutz- und Mischwassereinträgen aus der Siedlungsentwässerung, wobei kein Ereignis zu einem Fischsterben führte. Diese geringe Zahl zeigt, dass sowohl der Unterhalt der Kanalisation als auch jener der Sonderbauwerke in der Siedlungsentwässerung gut funktioniert.

Anhang
Bild 1 Durch Baustellenabwasser ist es am 3. Juli 2025 im Chärnsbach in Rothenburg zu einer Gewässerverunreinigung gekommen. (Quelle: Luzerner Polizei).
Bild 2 Bei einer Kollision eines Lastwagens mit einem Metallpfosten in Greppen am 4. Juni 2025 wurde der Dieseltank des Lastwagens aufgerissen und ein Teil des Diesels gelangte auch in den Vierwaldstättersee. (Quelle: Luzerner Polizei).
Bild 3 Am 12. Mai 2025 floss in Müswangen (Gemeinde Hitzkirch) aus einer erdverlegten Leitung Gülle über eine Wiese in den Mülibach. (Quelle: Luzerner Polizei).

Statistik der Gewässerverunreinigungen 2015-2025
 
 
Auskünfte zu Baustellenentwässerung, Kanalisations- und Entwässerungsanlagen:
Nadine Konz
Teamleiterin Abwasser
Dienststelle Umwelt und Energie
Telefon 041 228 79 39
nadine.konz@lu.ch
(erreichbar am 08. Januar 2026 von 09:30 bis 10:30 Uhr)

Auskünfte zur Landwirtschaft:
Nadine Brunner
Fachbereichsleiterin Landwirtschaftliche Baugesuche und Ressourcenschutz
Dienststelle Landwirtschaft und Wald
Telefon 041 349 74 55
nadine.brunner@lu.ch
(erreichbar am 08. Januar 2026 von 15:30 bis 16:30 Uhr)
 
 
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