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lawa – Newsletter Landwirtschaft
6. Februar 2026

 
 

Gewässerverschmutzung– so verhindern Sie den Gülleunfall

Zwischen Telefonat und Güllepumpe
Das Telefon klingelt – endlich, der Rückruf, den ich schon lange erwartet habe. Schnell begebe ich mich 5-6 Meter von der lauten Güllepumpe weg, um den Anrufer besser zu verstehen. Einige Minuten vergehen, ich beende das Telefonat. Da ruft jemand vom Hofladen zu mir rüber. Das Twinten funktioniere nicht. Schnell finden wir eine andere Lösung und der Kunde kann seinen Einkauf beenden.
Da bemerke ich, dass Gülle über den Hofplatz läuft. Ich eile zur Güllepumpe und stelle schockiert fest, dass das Hofdüngerlager, in welches ich die Gülle umgepumpt habe, bereits überläuft. Umgehend stoppe ich die Pumpe und versuche die Gülle vor dem Entwässerungsschacht auf dem Hofplatz fernzuhalten. Zu spät! Die Gülle hat den Schacht bereits erreicht.


So oder ähnlich kann es zu einer Gewässerverunreinigung kommen.

Gründe für die 15 Gewässerverunreinigungen im Jahr 2025
Im vergangenen Jahr kam es im Kanton Luzern zu insgesamt 15 Gewässerverunreinigungen durch die Landwirtschaft (29 Fälle im Jahr 2024). Kleine Wasserlebewesen sterben schon bei geringer Verschmutzung und in einigen Fällen hatte die Gewässerverunreinigung sogar ein Fischsterben zur Folge. In den meisten Fällen war menschliches Versagen die Ursache, wie beispielsweise:
 ungenügende Überwachung beim Hofdüngerumschlag
 ungenügende Wartung von Material und Anlagen (Verschlauchungen, Schieber, etc.)
 ungenügende Sicherung beim Hantieren mit Hofdünger (Schlauch nicht korrekt befestigt, Schieber nicht vollständig geschlossen)
 Hofdüngeraustrag auf wassergesättigten Böden und/oder vor Starkregen
 
 

Wie kann ich das Risiko einer Gewässerverunreinigung auf meinem Betrieb minimieren?

 
Wecker stellen beim Umschlag von Hofdünger
Ablenkungen können schnell dazu führen, dass bei Pumpvorgängen das Druckfass oder das Hofdüngerlager überlaufen, weil die Pumpe nicht rechtzeitig abgestellt wird.
Nur bei konsequenter Überwachung des Gülleumschlags kann bei einem Ereignis frühzeitig reagiert werden.
 
Korrekten Verschluss der Schieber prüfen
Beim Umpumpen von Hofdüngern in ein anderes Hofdüngerlager kann es bei nicht korrekt verschlossenen Schiebern dazu kommen, dass die Hofdünger in Schwemmkanäle oder andere kleinere Hofdüngerlager zurücklaufen und diese dann überlaufen.
Sind die Umstellschieber bei Güllestöckli nicht korrekt verschlossen, kann es passieren, dass die Hofdünger unkontrolliert auslaufen.
 
Entnahmeleitung entlüften
Wird die Entnahmeleitung/Steigleitung nicht korrekt und vollständig entlüftet, kann es dazu führen, dass die Gülle angesaugt wird. Dies führt zu einer unkontrollierten Entleerung der Güllegrube.


 
Gülleleitungen vor Inbetriebnahme ablaufen
Es ist zu prüfen, ob alle Kupplungen korrekt verschlossen sind und ob die Schläuche noch intakt sind. Bei nicht korrekt verschlossenen Kupplungen kann zu viel Druck zu einem Lösen der Verbindung führen.

 
Periodische Druckprüfung bei Gülleleitungen
Die Dichtheit von mobilen sowie auch erdverlegten Gülleleitungen ist periodisch mit Wasser auf Druckbeständigkeit zu prüfen. Siehe auch: Merkblatt erdverlegte Gülleleitungen

 
Baulichen Gewässerschutz regelmässig prüfen
Werden Hofdüngeranlagen, Laufhöfe oder Wasch- und Befüllplätze nicht regelmässig gewartet, bergen diese ein Risiko für Nährstoff- und Schadstoffaustritte. Nährstoffe und andere wassergefährdenden Stoffe können so in Einlaufschächte oder Drainagen und somit in Gewässer gelangen. Die korrekte Entwässerung sowie der Zustand der Anlagen sind daher zu überprüfen. Siehe auch: Kontrollpunkte Gewässerschutz (VKKL); Präzisierungen Gewässerschutzkontrolle Kanton Luzern
 
Wetterprognosen sichten vor dem Hofdüngeraustrag
Unerwartete Niederschläge führen dazu, dass ausgebrachte Nährstoffe oberflächlich abgeschwemmt werden können. Wettervorhersagen können jedoch auch kurzfristig ändern. Die Konsultation von Wetterprognosen kurz vor dem Austrag ist daher wichtig.
Zudem sind immer auch die aktuellen Begebenheiten auf dem Feld (Wassersättigung) zu berücksichtigen. Siehe auch: Checkliste im Umgang mit Hof- und Recycelindünger
 
Pufferstreifen einhalten
Auf Pufferstreifen zu Gewässern, Hecken, Wald, etc. dürfen keine Nährstoffe oder Pflanzenschutzmittel ausgetragen werden. Beim Austrag von Hofdünger oder Pflanzenschutzmittel sind auch die Windstärke und Windrichtung zu berücksichtigen.
 
 
 
 
Landwirtschaft und Wald (lawa)
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