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Kanton Luzern: Grundkompetenzen werden in Deutsch besser erreicht als in Mathematik
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Die heute veröffentlichten nationalen Resultate zur Erreichung der Grundkompetenzen zeigen für den Kanton Luzern ein durchzogenes Bild: Während die getesteten Schülerinnen und Schüler der 2. Primarklasse in Deutsch durchschnittlich abschneiden, liegen sie in Mathematik im schweizerischen Vergleich auf dem letzten Platz. Der tiefe Wert hängt insbesondere mit einem schlechten Ergebnis für Kinder aus bildungsfernen Schichten (sozioökonomisch benachteiligte Herkunft) sowie aus fremdsprachigen Familien und/oder Familien mit Migrationshintergrund zusammen. Eine vertiefte Analyse der Ergebnisse soll rasch erfolgen und gezielte Massnahmen ermöglichen.
Der nationale Bericht zur Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen zeigt auf, wie viele Schülerinnen und Schüler im Jahr 2024 die Grundkompetenzen in der Schulsprache Deutsch und in Mathematik am Ende der 2. Klasse erreichten. Der Bericht wurde heute von der EDK veröffentlicht (Mitteilung der EDK). Die Untersuchung prüft, inwieweit die nationalen Bildungsziele für diese Altersgruppe erreicht werden. Der in der Bundesverfassung verankerte Harmonisierungsgrad steht dabei im Mittelpunkt. Zugleich liefert die Untersuchung konkrete Hinweise auf Leistungsunterschiede zwischen den Kantonen.
Harmonisierung weit fortgeschritten 827 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Kanton Luzern haben 2024 an der Erhebung teilgenommen. Bei der Überprüfung der Erreichung der Grundkompetenzen zeigt sich, dass die geforderte Harmonisierung im Kanton Luzern nach dem 1. Zyklus (Ende 2. Klasse) weit fortgeschritten ist. In der Schulsprache Deutsch erreichen die Luzerner Zweitklässlerinnen und Zweitklässler durchschnittliche Resultate: Im Bereich Hören erlangen 88 Prozent die Grundkompetenzen (CH = 87 %), im Bereich Lesen sind es 76 Prozent (CH = 79 %).
Die Leistungen der getesteten Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik liegen jedoch signifikant unter dem nationalen Durchschnitt. In der 2. Klasse erreichen 68 Prozent der Luzerner Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen in Mathematik. Schweizweit ist das der tiefste Wert. Folglich verfügen rund ein Drittel der Luzerner Lernenden am Ende der 2. Primarklasse nicht über die erforderlichen Grundkompetenzen in Mathematik. Auffällig in den Luzerner Daten sind die Unterschiede aufgrund der sozialen Herkunft. Hier unterscheidet man vier Gruppen je nach Bildungsstand der Eltern (1. bis 4. Viertel). Während 81 Prozent der Kinder aus einem Elternhaus mit hohen Bildungsabschlüssen (4. Viertel) und 75 Prozent (3. Viertel, mittlerer Bildungsstand) die Grundkompetenzen erreichen, sind es bei den Kindern mit Elternhäusern mit tiefem Bildungsniveau nur noch 53 Prozent (1. Viertel).
Grosser Einfluss individueller Merkmale Individuelle Merkmale, wie die soziale Herkunft, die zu Hause gesprochene Sprache oder ein Migrationshintergrund, haben einen starken Einfluss auf das Erreichen der Grundkompetenzen. Bezüglich Sprache fallen vor allem die Ergebnisse jener Schülerinnen und Schüler auf, die zuhause ausschliesslich eine andere Sprache sprechen. In allen getesteten Bereichen erreichen sie signifikant seltener die Grundkompetenzen, in der Mathematik sind dies 51 Prozent. Auch die Unterschiede bezüglich dem Migrationshintergrund sind im Kanton Luzern bei der Erreichung der Grundkompetenzen bedeutsam. Speziell in der Mathematik zeigt sich, dass die Kinder mit Migrationshintergrund der 1. Generation (52 %) und der 2. Generation (56 %) zu fast der Hälfte die Grundkompetenzen nicht erreichen.
Vertiefte Analyse der Ergebnisse und gezielte Massnahmen Für den Bildungs- und Kulturdirektor Dr. Armin Hartmann ist klar: «Die Ergebnisse erfüllen unsere Erwartungen bei weitem nicht.» Darum will er nun rasch gezielte Massnahmen ergreifen, um den Erreichungsgrad der Grundkompetenzen - insbesondere in Mathematik - deutlich zu erhöhen. «Damit wir effektive und effiziente Massnahmen ergreifen können, benötigen wir eine vertiefte Analyse der Ergebnisse», sagt Regierungsrat Armin Hartmann. Zu klären wären etwa die Kombination individueller Merkmale im Kanton Luzern, der Einfluss des Modells (Basisstufe/Kindergarten-Primarschule) sowie das Eintrittsalter und die Aufenthaltsdauer im Kindergarten beziehungsweise in der Basisstufe. Die Dienststelle Volksschulbildung will daher in Kooperation mit anderen Kantonen eine vertiefte Analyse der Ergebnisse in Auftrag geben.
Erste Massnahmen sind gemäss Bildungsdirektor Armin Hartmann dennoch bereits geplant: «Im Entwicklungsvorhaben «Schulen für alle» wird sich der Baustein ‘Chancengerechtigkeit’ dem Thema annehmen. Der Baustein ‘Leseförderung’ wurde schon vor der Bekanntgabe der Ergebnisse für alle Schulen obligatorisch erklärt. Ebenso soll ein Dokument Schulleitungen und Lehrpersonen sensibilisieren, im 1. Zyklus Mathematik bewusst zu fördern. Weitere Massnahmen können aus der vertieften Analyse zusätzlich abgeleitet werden, um in Zukunft bessere Luzerner Resultate zu erreichen».
Anhang Mitteilung der EDK
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