Zur Webansicht
Mitteilung
2. Juni 2026
 
 

PFAS: Grundlagen und Vorgehenskonzept im Kanton Luzern liegen vor

Im Kanton Luzern werden systematisch PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) untersucht, um die Datenlage gezielt zu verbessern. Das nun vorliegende Vorgehenskonzept beschreibt die aktuellen Belastungen im Kanton Luzern und dient dazu, den Wissensstand zu PFAS und die erforderlichen Massnahmen aufeinander abzustimmen. Ziel ist es, die Bevölkerung und die Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen von PFAS besser zu schützen.

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) werden in der Industrie breit eingesetzt. Sie gelten als sogenannte Ewigkeitschemikalien, da sie äusserst beständig sind und in der Umwelt kaum abgebaut werden. Sie sind weit verbreitet und können so auch in die Lebensmittelkette gelangen. Insgesamt ist der Kenntnisstand über PFAS im Kanton Luzern noch unvollständig. Nun liegt ein Vorgehenskonzept vor, wie diese Lücken geschlossen werden können. Die zuständigen Dienststellen liefern die Grundlagen und zeigen den Kenntnisstand über die Belastungen mit PFAS im Kanton Luzern auf. Im Weiteren enthält das Vorgehenskonzept einen Massnahmenkatalog, mit dem der Kenntnisstand zu PFAS und zum mit PFAS verbundenen Risiko für Mensch und Umwelt verbessert werden kann. Ziel ist es, den aktuellen Wissensstand und die Massnahmen soweit wie möglich und sinnvoll zu koordinieren und mit anderen Kantonen und Bundesstellen abzustimmen.

Fehlende Grenzwerte für PFAS im Umwelt- und Gewässerschutz
Einige Massnahmen aus dem Vorgehenskonzept werden bereits umgesetzt: So hat die Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) die Luzerner Seen untersucht. Sobald die Resultate vorliegen, werden sie kommuniziert. Das Grundwasser wird seit dem vergangenen Jahr bei der routinemässigen Überwachung auch auf PFAS getestet. Bis dato liegen alle Ergebnisse unterhalb der Höchstwerte für PFAS im Trinkwasser. Die bisherigen Bodenuntersuchungen haben keine Hinweise auf stark erhöhte PFAS-Belastungen ergeben. Die Untersuchungen werden fortgesetzt: Bekannte Standorte mit erhöhtem Belastungsrisiko sind dabei noch nicht erfasst und werden gezielt in die weiteren Abklärungen einbezogen. Aktuell existieren im Bundesrecht keine PFAS-Grenzwerte für Abfälle, Boden, Grundwasser sowie Oberflächengewässer.

Stichprobenartige Überprüfung von Lebensmitteln
Lebensmittel sind die wichtigste Aufnahmequelle von PFAS durch den Menschen. Die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz (DILV) überprüft deshalb stichprobenartig Lebensmittel und Trinkwasser auf PFAS. Der Verband der Kantonschemiker der Schweiz hat 2025 rund 900 Lebensmittel auf die Einhaltung der geltenden PFAS-Höchstwerte hin untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lebensmittel auf dem Schweizer Markt die geltenden Höchstwerte grossmehrheitlich einhalten und für die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz kein generelles oder grossflächiges PFAS-Problem besteht. Aufgrund der Resultate ist aber infolge lokaler oder regionaler Belastungsquellen mit Höchstwertüberschreitungen in Lebensmitteln zu rechnen. Diese Hotspots gilt es zu identifizieren und mit geeigneten Massnahmen auszuschalten.

Mit dem Vorgehenskonzept kommt der Regierungsrat der Forderung nach einem Aktionsplan zum Umgang mit PFAS (Postulat P 366 von Sara Muff und Mit.) nach. Zudem hat er die Anfrage A 628 beantwortet.

Was sind PFAS?
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen sind Stoffe, die chemisch sehr stabil, wasser- und fettabweisend und sehr hitzebeständig sind. Durch diese Eigenschaften sind PFAS zu beliebten Bestandteilen in einer Vielzahl von Produkten, darunter wasserabweisenden Textilien (z.B. Regenjacken), Antihaftbeschichtungen z.B. bei Bratpfannen und Löschschäumen zur Brandbekämpfung, geworden. Aufgrund ihrer sehr stabilen chemischen Struktur sind PFAS in der Umwelt äusserst beständig und werden kaum abgebaut. Sie werden daher auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet. PFAS können sich im menschlichen und tierischen Körper über die Zeit anreichern, da PFAS über verschiedene Wege aufgenommen werden – insbesondere über Trinkwasser sowie über Lebensmittel wie Fisch, Fleisch oder pflanzliche Produkte. Zur Stoffgruppe der PFAS zählen rund 10'000 Einzelsubstanzen, die ausschliesslich synthetischen Ursprungs sind.


Anhang
Vorgehenskonzept Kanton Luzern und Grundlagenbericht: Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS)
Webseite der Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) mit weiteren Informationen über PFAS
Anfrage A 628
Postulat P 366
 
 
Staatskanzlei Luzern
Kommunikation
Bahnhofstrasse 15
6002 Luzern
Telefon 041 228 60 00
information@lu.ch
 
 
Impressum | DisclaimerNewsletter verwalten | Abmelden
Staatskanzlei.lu.ch