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Versuchsstation Nährstoffflüsse liefert umfassende Datengrundlagen zu Landwirtschaftsbetrieben im Kanton Luzern
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Beim ersten grossen Teilprojekt der von Agroscope gemeinsam mit dem Kanton Luzern und weiteren Partnern getragenen Versuchsstation Nährstoffflüsse lag der Fokus auf der Datenerhebung und -auswertung von Nährstoffflüssen. Die finalen Auswertungen der nun vorliegenden Betriebsbilanzierungen zeigen, wo Stickstoff und Phosphor auf den beteiligten Luzerner Praxisbetrieben anfallen, genutzt und verloren gehen. Diese Informationen sind Grundlage, um darauf aufbauend Massnahmen zur Reduktion von Nährstoffverlusten zu bewerten.
Die im Jahr 2021 in Sursee gestartete Versuchsstation Nährstoffflüsse (VSLU) präsentierte am 19. Juni in Adligenswil LU die finalen Auswertungen des ersten grossen Teilprojektes zu den Stickstoff- und Phosphorflüssen ihres Betriebsnetzwerkes. Dieses umfasst 26 Milchvieh- und Schweinebetriebe im Kanton Luzern, der als bedeutender Agrarkanton mit einer hohen Tierdichte ideale Voraussetzungen für eine praxisorientierte Forschung zugunsten einer nachhaltigeren Landwirtschaft bietet. Die Ergebnisse zeigen die realen Stoffflüsse auf Betriebsebene über mehrere Jahre hinweg. Darauf aufbauend werden in Zukunft Massnahmen zur Reduktion von Nährstoffverlusten unter Praxisbedingungen beurteilt.
Betriebsbilanzierung zeigt umfassendes Bild Im Fokus der Bilanzierung standen die Datenerhebung und -auswertung. Hierfür wurden auf den beteiligten Betrieben sämtliche Nährstoffzuflüsse und -abflüsse gemessen und bilanziert, um auf dieser Basis mögliche Verluste identifizieren zu können. Ergänzend wurden Nährstoffgehalte in Futtermitteln und Hofdüngern bestimmt und mit Referenzwerten verglichen. Die Auswertungen zeigen, dass die gemessenen Nährstoffgehalte gut mit bestehenden Referenzwerten übereinstimmen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die grössten Fehlerquellen bei der mengenmässigen Erfassung vorliegen. Dazu zählen insbesondere Schätzungen von Gewicht und Menge von Futtermitteln wie Heu oder Siloballen. Diese Unsicherheiten beeinflussen die Bilanzresultate und sind bei deren Interpretation zu berücksichtigen. «Mit der Betriebsbilanzierung erhalten wir ein umfassendes Bild der realen Nährstoffflüsse auf Betriebsebene», sagt Thomas Steinsberger, Leiter der Versuchsstation Nährstoffflüsse. «Das schafft Transparenz, bestätigt die bisherigen Annahmen und zeigt konkrete Ansatzpunkte, um Emissionen wirksam und praxisnah zu reduzieren.»
Ergebnis eines Fütterungsversuchs auf einem Schweinemastbetrieb Bereits während der Grundbilanzierung wurde gemeinsam mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften BFH-HAFL ein Fütterungsversuch für eine effizientere Schweinemast auf einem Betrieb der VSLU durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass durch eine gezielte Veränderung in der Rezeptur der Futtermittel die Stickstoffeffizienz der Schweinemast erhöht werden konnte. Die Erarbeitung und Anpassung der Rezeptur erfolgten gemeinsam mit dem Landwirt, um betriebsspezifische Faktoren zu berücksichtigen und um eine höhere Akzeptanz der Massnahme zu gewährleisten.
Technologie-Check an der Versuchsstation Auch wurden in den letzten Jahren verschiedene Möglichkeiten getestet, um die Hofdüngerqualität auf den Betrieben zu evaluieren. Im Fokus standen ein hochmodernes Nahinfrarot-Spektrometer (NIRS) zur direkten Messung von Nährstoffen in der Gülle sowie ein einfaches Gülle-Hydrometer. Die Auswertungen belegen, dass das NIRS den Praxistest wegen zu grosser Unterschiede zu den Labor-Messwerten nicht bestanden hat. Dagegen konnte das Hydrometer die Trockensubstanz der Gülle zufriedenstellend messen.
Nächste Projektphase: Massnahmen unter Praxisbedingungen In der nächsten Projektphase knüpft die Versuchsstation an die Arbeiten der Grundbilanzierung an. Auf Basis der erhobenen Daten sowie der bisherigen Erfahrungen werden Massnahmen zur Reduktion von Stickstoff- und Phosphorverlusten auf einzelbetrieblicher Basis identifiziert, überprüft und – wo sinnvoll – gemeinsam mit den Betrieben umgesetzt. «Nachhaltige Verbesserungen bei der Nährstoffeffizienz müssen sowohl ökologische als auch betriebswirtschaftliche Anforderungen berücksichtigen», hält Markus Kretz vom Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband fest. «Das Projekt schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen in der Praxis.»
Auch in dieser Projektphase wird der enge Austausch zwischen den Partnern der Versuchsstation mit Praxis, Forschung und Vollzug ein wichtiger Aspekt sein, um gemeinsam Lösungsansätze zu erkennen und umzusetzen.
Partner der Versuchsstation NährstoffflüsseDie Versuchsstation Nährstoffflüsse wird gemeinsam mit Partnern aus Landwirtschaft, Beratung und öffentlicher Hand umgesetzt. Herzstück der Versuchsstation ist das Betriebsnetzwerk mit 26 Landwirtschaftsbetrieben.
| | – | Agroscope |
| | – | Kanton Luzern |
| | – | Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband (LBV) |
| | – | Genossenschaft Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) |
| | – | Suisseporcs |
| | – | Agridea |
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Die Reduktion von Nährstoffverlusten bis 2030 ist eine zentrale Herausforderung der Schweizer Landwirtschaft. Besonders ausgeprägt ist diese Herausforderung in Regionen mit hoher Nutztierdichte wie dem Kanton Luzern. Strategiereferenz Diese Massnahme dient der Umsetzung der politischen Schwerpunkte im Bereich - Globalisierung / Bildung / Vernetzung von Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft / Kultur - Ökologisierung gemäss Kantonsstrategie
Anhang Versuchsstation Nährstoffflüsse
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